Anleitung

Malen mit Acrylfarben: Anleitung für Anfänger in 5 Schritten

Von Thomas Guggemos
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Fertig gemaltes Glas mit Acrylfarben, nur in Schwarz und Weiß

Um mit Acrylfarben zu malen, brauchst du am Anfang erstaunlich wenig: ein paar Farben in Studienqualität, zwei, drei Pinsel und einen passenden Malgrund. Viel wichtiger als das Material ist die Reihenfolge, in der du ein Bild aufbaust. In diesem Guide zeige ich dir beides. Und am Beispiel eines Glases siehst du in fünf Schritten, wie ein realistisches Bild mit nur Schwarz und Weiß entsteht.

Du willst gleich selbst loslegen? In meiner kostenlosen Anleitung malst du dein erstes Glas, nur mit Schwarz und Weiß auf einem Blatt Papier.

Wie ich selbst angefangen habe

Als ich mit der Acrylmalerei angefangen habe, habe ich zig Farben und jede Menge Material gekauft, das ich am Ende nie gebraucht habe. Ich hatte eine lange Zeit des Ausprobierens: versuchen, verwerfen, wieder von vorn. Mehr als einmal wollte ich aufgeben. Aber mein Ehrgeiz war stärker, denn ich war mir sicher, dass es irgendwie gehen muss. Bis zu dem Moment, an dem ich Acrylfarben verstanden habe.

Diesen Umweg musst du nicht gehen. Seit über 25 Jahren male ich jetzt, und alles, was ich dir hier zeige, hätte ich mir damals gewünscht.

Was du zum Malen mit Acrylfarben brauchst

Farben: Für den Anfang reichen Acrylfarben in Studienqualität aus dem Kunstfachhandel. Die sind günstiger als Künstlerfarben und zum Üben völlig ausreichend. Von den ganz billigen Farben aus dem Baumarkt oder Discounter rate ich dir trotzdem ab, denn mit schlechtem Material verliert man schnell die Lust. Und du brauchst weniger Farben, als du denkst. Für die ersten Übungen genügen sogar Schwarz und Weiß.

Pinsel: Ein breiter Flachpinsel für größere Flächen und zwei, drei Rundpinsel und Flachpinsel in verschiedenen Größen für die Details. Pinsel mit Synthetikhaar sind für Acryl ideal.

Malgrund: Malpappe oder eine Leinwand. Für einfache Motive und Entwürfe tut es auch ein Blatt Papier. Für anspruchsvollere Bilder ist Papier allerdings ungeeignet, weil es stark saugt und die Farbe dadurch noch schneller trocknet.

Dazu: eine Palette (ich nutze am liebsten Abreißpaletten), ein Glas Wasser und einen Lappen.

Wie sich Acrylfarbe verhält

Drei Eigenschaften solltest du kennen, bevor du loslegst. Sie erklären fast alles, was am Anfang schiefgeht.

Acrylfarbe trocknet schnell. Oft ist sie schon nach wenigen Minuten nicht mehr vermalbar. Das ist praktisch, weil du schnell die nächste Schicht malen kannst. Weiche Farbübergänge werden dadurch aber schwieriger. Ein Trocknungsverzögerer, eine Sprühflasche mit Wasser oder ein kühler Raum verschaffen dir mehr Zeit.

Nass ist sie wasserlöslich, trocken wasserfest. Wasch deine Pinsel deshalb sofort aus. Gleichzeitig ist genau diese Eigenschaft dein großer Vorteil: Eine getrocknete Schicht löst sich nicht mehr, du kannst also beliebig darübermalen und dein Bild Schicht für Schicht aufbauen.

Sie kann deckend oder lasierend sein. Aus der Tube decken die meisten Acrylfarben gut. Verdünnst du sie, werden sie durchscheinend, und die Schicht darunter bleibt sichtbar. Ich nehme dafür gern Acrylbindemittel. Lasierende Schichten geben einem Bild Tiefe, wie du gleich am Glas sehen wirst.

Schritt für Schritt: ein Glas mit Acrylfarben malen

Am besten verstehst du das alles an einem Beispiel. Für dieses Glas habe ich nur Schwarz und Weiß verwendet, lediglich dem Hintergrund habe ich etwas Umbra beigemischt. Gemalt wird von grob nach fein: zuerst die großen hellen und dunklen Bereiche, dann die Abstufungen dazwischen und ganz zum Schluss die Glanzlichter.

Schritt 1: Hintergrund und Skizze

Mit einem Flachpinsel male ich den Hintergrund als Verlauf von hell (links) nach dunkel (rechts). Etwas Umbra in der Mischung sorgt für eine warme Wirkung. Ein Trocknungsverzögerer in der Farbe macht den Verlauf deutlich leichter. Ist der Hintergrund trocken, skizziere ich das Glas mit einem schwarzen Stift. Als Vorlage dient mir ein echtes Glas, das vor mir steht.

Schritt 2: Die dunkelsten Bereiche

Jetzt kommen die dunkelsten Stellen im Glas. Mit schwarzer Farbe und einem kleinen Rundpinsel übertrage ich sie von der Vorlage. Damit steht das Gerüst des Bildes, an dem sich alle weiteren Schritte orientieren.

Glas malen: dunkelste Bereiche mit schwarzer Acrylfarbe

Schritt 3: Die Mitteltöne

Mit grauer Farbe male ich die Mitteltöne, also die Schatten und Spiegelungen innerhalb des Glases. Das ist der wichtigste Schritt: Die Grautöne trage ich lasierend auf, damit der warme Hintergrund durchscheint. Würde ich sie deckend malen, sähe das Glas aus wie hineingesetzt. Auch hier hilft der Trocknungsverzögerer, weil sich die Grautöne damit weich abstufen lassen.

Lasierend aufgetragene graue Mitteltöne im gemalten Glas

Schritt 4: Der Schatten

Den Schatten, den das Glas auf den Untergrund wirft, male ich mit dünner grauer Farbe. Mit Acrylbindemittel kannst du deckende Farben transparent machen. Das ist ideal für feine Lasuren wie zum Beispiel diesen Schatten.

Lasierend gemalter Schatten des Glases auf dem Untergrund

Schritt 5: Die Glanzlichter

Erst die Glanzlichter machen aus den Grautönen ein Glas. Mit weißer Farbe arbeite ich alle glänzenden und leuchtenden Stellen heraus. Dazu gehören auch die hellen Lichtflecken, die das Glas auf den Untergrund wirft.

Glanzlichter mit weißer Acrylfarbe machen das Glas realistisch

Das Wichtigste an diesem Beispiel

Das Glas wirkt nur deshalb echt, weil es mit dem Hintergrund zusammenspielt. Die warme Farbe muss durch die Mitteltöne hindurch sichtbar bleiben. Wenn du lieber deckend malst, solltest du die Grautöne im Glas mit ähnlich warmen Tönen mischen wie den Hintergrund. Sonst verliert das Bild einen Großteil seiner Wirkung.

Welches Motiv eignet sich für den Anfang?

Ehrlich gesagt ist dieses Glas für dein allererstes Bild schon ziemlich viel: Leinwand, Farbverlauf, lasierende Schichten. Für den Einstieg suchst du dir besser ein Motiv mit einer einfachen Form, einem klaren Hell-Dunkel-Kontrast und möglichst wenigen Farben.

Genau dafür habe ich eine kostenlose Anleitung gemacht. Darin malst du ebenfalls ein Glas, aber deutlich einfacher: nur mit Schwarz und Weiß auf einem Blatt Papier, Schritt für Schritt mit Bildern erklärt. So hast du schnell ein Bild vor dir, das dir gefällt, und kannst dich danach an Motive wie dieses wagen.

👉 Hier holst du dir die kostenlose Glas-Anleitung

Die häufigsten Fehler am Anfang

Mit einem zu schweren Motiv beginnen. Ein Porträt oder das eigene Haustier reizt natürlich. Aber wer sich zu Beginn übernimmt, verliert schnell die Lust.

Ohne Vorlage malen. Kaum ein Künstler malt realistische Bilder aus dem Kopf. Eine gute Vorlage ist keine Schummelei, sondern Handwerkszeug.

Mit den Details anfangen. Wer beim Auge oder bei einem Glanzlicht beginnt, verzettelt sich. Erst die großen Formen, dann die Feinheiten.

Sich mit anderen vergleichen. Auf Instagram siehst du nur die besten Bilder der anderen, nie die vielen misslungenen davor.

Häufige Fragen zum Malen mit Acrylfarben

Was brauche ich, um mit Acrylfarben zu malen?

Für den Anfang reichen wenige Acrylfarben in Studienqualität, ein Flachpinsel und zwei, drei Rundpinsel, ein Malgrund wie Malpappe oder Leinwand sowie Palette, Wasser und Lappen. Für die allerersten Übungen genügen sogar Schwarz und Weiß.

Kann man mit Acrylfarben auf Papier malen?

Ja, für kurze Übungen geht das gut. Papier saugt allerdings stark, die Farbe trocknet dadurch noch schneller und das Blatt kann sich wellen. Für größere Bilder und weiche Übergänge sind Malpappe oder Leinwand besser geeignet.

Wie schnell trocknet Acrylfarbe?

Dünne Schichten trocknen oft schon nach wenigen Minuten. Wie schnell genau, hängt von der Schichtdicke, der Raumtemperatur und dem Malgrund ab. Mit einem Trocknungsverzögerer bleibt die Farbe deutlich länger vermalbar.

Kann ich Acrylfarbe mit Wasser verdünnen?

Ja, solange sie nass ist, lässt sie sich mit Wasser verdünnen. Für schöne transparente Schichten nutze ich gern Acrylbindemittel, damit wird die Farbe durchscheinend, ohne ihre Haftung zu verlieren.

Wie bekomme ich ein realistisches Acrylbild hin?

Mit einer guten Vorlage und der richtigen Reihenfolge: erst die großen hellen und dunklen Bereiche, dann die Abstufungen und ganz zum Schluss die Details und Glanzlichter.

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Thomas Guggemos Acrylmalerei

Hi, ich bin Thomas Guggemos

Ich male seit über 25 Jahren realistisch mit Acryl. Mein Fazit aus dieser Zeit: Wer realistisch malen will, braucht kein Talent, sondern die richtige Methode. Genau die zeige ich dir hier im Blog und in meinen Onlinekursen.

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