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Sind Acrylfarben giftig?

Von Thomas Guggemos
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Sind Acrylfarben giftig?

Wenn du das hier googelst, steht dahinter meistens eine leise Sorge: „Vergifte ich mich eigentlich langsam an meiner eigenen Staffelei?“

Kurze Entwarnung vorweg: Nein. Höchstwahrscheinlich nicht. Aber die ehrliche Antwort hat einen Haken – und der ist deutlich interessanter, als die meisten Artikel zu dem Thema dir erzählen.

Die Farbe selbst ist das harmloseste am ganzen Bild

Fangen wir mit dem an, was die wenigsten wissen: Das, was deine Acrylfarbe überhaupt erst zu Farbe macht, ist völlig ungefährlich. Acryl ist im Kern eine Kunststoffdispersion – winzige Plastikteilchen, in Wasser schwimmend. Beim Trocknen verbinden die sich zu einem festen, wasserfesten Film. Dieses Bindemittel ist ungiftig. Bei Ölfarben ist es dasselbe Prinzip, nur mit Pflanzenöl statt Plastik – ebenfalls harmlos.

Das Drama liegt also nie in der Farbe an sich. Wenn überhaupt, dann liegt es in den Pigmenten.

Die gruselige Liste, die im Netz herumgeistert

Such ein bisschen weiter und du stößt unweigerlich auf eine Horror-Aufzählung: Bleiweiß, Zinnober, Schweinfurter Grün, Realgar. Klingt nach Hexenküche. War es auch mal.

Nur: Diese Pigmente sind Kunstgeschichte. Die haben in einer normalen Acryltube seit Jahrzehnten nichts mehr verloren. Sich davor zu fürchten ist ungefähr so sinnvoll, wie vor dem Zahnarzttermin nervös über mittelalterliche Chirurgie zu lesen – theoretisch korrekt, praktisch völlig egal.

Was heute tatsächlich noch in guten Künstlerfarben steckt und einen Blick wert ist, sind im Wesentlichen zwei Familien: Cadmium (in vielen kräftigen Gelb-, Orange- und Rottönen) und Kobalt (in einigen Blau- und Grüntönen). Die sind nicht harmlos. Aber jetzt kommt der Punkt, um den es eigentlich geht:

Solange die Farbe nass ist und du sie mit dem Pinsel auf die Leinwand bringst, ist das Pigment im Bindemittel eingeschlossen. Es kann dir nicht in die Lunge fliegen. Du müsstest es schon essen.

Der eigentliche Aha-Moment: Es ist nicht das Malen

Gefährlich wird es erst in drei Situationen, an die kaum jemand denkt:

Wenn du getrocknete Farbe abschleifst oder abkratzt. Dann entsteht feiner Staub – und Staub atmet man ein. Das ist mit Abstand der unterschätzteste Punkt von allen.

Wenn du sprühst oder mit der Airbrush arbeitest. Da zerstäubt das Pigment, bevor es trocknen kann. Gleiche Geschichte, es landet in der Luft, die du einatmest.

Wenn deine Gewohnheiten am Maltisch schlampig sind. Der Pinsel, den man gedankenverloren zwischen die Lippen nimmt. Der Kaffeebecher direkt neben dem Pinselwasser. Das belegte Brot in der pigmentverschmierten Hand. Das ist der Klassiker – und ehrlich gesagt der einzige Weg, auf dem ein Hobbymaler überhaupt je nennenswert etwas abkriegen würde.

Merkst du, was hier passiert? Die Gefahr geht nicht vom Malen aus. Sie geht vom Staub aus und von dem, was du nebenbei machst. Das ist der eigentliche Dreh: Du musst keine Angst vor deinen Farben haben – du musst nur ein bisschen aufpassen, was drumherum passiert.

Was das konkret für dich heißt

  • Kauf bei seriösen Herstellern und schau auf die Kennzeichnung. Bedenkliche Pigmente müssen gekennzeichnet sein, du musst also nicht raten.
  • Schleif getrocknete Acrylflächen nass oder mit Maske – niemals trocken und schon gar nicht im Wohnzimmer.
  • Und das Wichtigste, weil es das Einfachste ist: nicht essen, trinken oder rauchen beim Malen, und danach die Hände waschen. Das war’s im Grunde schon.

Und falls du gerade erst mit Acryl anfängst: Welche Farben sich für den Anfang eignen und was du sonst noch brauchst, liest du in meinem Einstieg in die Acrylmalerei.

Und jetzt der Teil, um den du dir wirklich Gedanken machen solltest

Mal ganz ehrlich: Wenn du bis hierher gelesen hast, mache ich mir um deine Gesundheit am allerwenigsten Sorgen.

Denn die meisten Anfänger werden nicht von ihren Farben ausgebremst. Sie werden davon ausgebremst, dass ihnen nie jemand eine vernünftige Methode gezeigt hat. Sie malen drauflos, das Bild wird flach und fleckig, und dann liegt’s gefühlt am fehlenden Talent. Dabei liegt es fast immer einfach an der falschen Reihenfolge.

Genau die zeige ich dir auf ganz einfache Weise in meiner kostenlosen Anleitung. Darin lernst du, wie du mit nur zwei Farben dein erstes realistisch aussehendes Motiv malen kannst.

Aber das nur am Rande. Fürs Erste reicht die Hauptbotschaft: Deine Acrylfarben bringen dich nicht um. Also mal entspannt los – und hab Spaß dabei.

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Thomas Guggemos Acrylmalerei

Hi, ich bin Thomas Guggemos

Ich male seit über 25 Jahren realistisch mit Acryl. Mein Fazit aus dieser Zeit: Wer realistisch malen will, braucht kein Talent, sondern die richtige Methode. Genau die zeige ich dir hier im Blog und in meinen Onlinekursen.

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